Montag, 22. Oktober 2007

G-Mag ist Geschichte


Anstatt den Anfang eines neuen Blogs zu feiern (vielleicht bin ich auch bald Geschichte), gibt es gleich am Anfang einen Nachruf auf eine Zeitschrift oder wie sich G-Mag nannte: Illustrierte. Genauer "Deutschlands erste schwule Illustrierte!". Das war der Illustrierten aber doch zu retro und man wählte als Untertitel "Das moderne Gay-Magazin".

An dem Magazin war nichts modern. Das Konzept entsprach den Gratisblättern für Schwule, die in vielen Städten ausliegen, das Layout bewegte sich zwischen Stonewall-Flyer und "wir können auch bunt drucken" und die Inhalte hielten einen auf dem Hocker. Für einen Toilettengang reichte es. Und ich bin nicht der einzige Gelangweilte gewesen.

In der Pressemitteilung vom Jackwerth-Verlag (DU&ICH, L-MAG, Siegessäule) hieß es noch vollmundig:

G-MAG konzentriert das Know-how der Redaktionen und basiert auf umfangreichen Leserstrukturanalysen. Kein anderes Medienhaus verfügt über so detaillierte Zahlen zum Gay-Marketing in Deutschland wie der Jackwerth Verlag. Unternehmen wie Beiersdorf, TUI, Deutsche Bank oder Beck's schätzen dieses Know-how und platzieren ihre Werbung in den Objekten des Marktführers bei schwul-lesbischen Medien.
Vielleicht liegt da der Hund begraben. Ein typisches Gay-Marketing funktioniert nicht mehr. Den schwulen Typen gibt es schon lange nicht mehr. Dass hatten die Zahlen wohl nicht gesagt. Möglicherweise hat das Sterben der G-Mag aber neue Zahlen hervor gebracht, die zu neuen Projekten führen wird, wie zum Beispiel der FRONT.

Die machen es soweit richtig und sprechen eine Zielgruppe an, die sie als "Neue Männer" bezeichnen. Also schwule Männer mit viel Geld und Metrosexuelle mit viel Geld. Also alle, die nicht wie Schlunz rumlaufen und sich nicht so sehr für Fußball und Autos interessieren. Und die Werbung ist gar nicht mal so unwitzig ("Das erste Frauenmagazin für Männer"). Übrigens wird die FRONT unter anderem von dem ehemaligen Chefredakteur der DU&ICH Dirk Ludigs gemacht. Welch Ironie.

Kommentare:

Torsten hat gesagt…

Well then.. Willkommen!

Ich bin mir bei Front auch nicht sicher. Der Typ Mann, der denen so vorschwebt, ist ja auch eine recht spitze Zielgruppe. Reiche Schwule, ich kanns eigentlich nicht mehr hören. Ich kann mir auch nicht viele Nichtschwule vorstellen, die sich ein "Frauenmagazin für Männer" kaufen wollen.

Andererseits: Ich finds gut und bin auch nicht reich.

Aber gespannt.

DauerKind hat gesagt…

Oh Danke. Ich fühle mich schon voll aufgenommen. *g*